Einige Hinweise für den sicheren Betrieb von Microsoft Windows NT und 2000
in Verbindung mit dem Internet und im Intranet:
Alle Hinweise ohne Gewähr! Sie sollten unbedingt
vor der Installation eines Live-Systems an einer speziellen Maschine getestet
werden!
Oberste Regeln:
Jeder Administrator sollte unbedingt wissen, was
auf seinem Server für Dienste angeboten werden. Das heißt, daß
zumindest der Administrator wissen muß, welche Dienste eingerichtet
sind und damit, welche möglichen Sicherheitsrisiken bestehen können.
Es sollten nur die für den Betrieb des Servers
unbedingt notwendigen Services angeboten werden. Jeder überflüssig
angebotene Dienst kann wieder ein Sicherheitsrisiko in sich bergen. Die
Dienste, die angeboten werden, sollten auch dokumentiert sein.
Als Regel, von der ausgegangen wird, sollte angesetzt
werden:
Alles, was nicht explizit erlaubt ist, ist verboten!
Nur mit diesem Ansatz kann sichergestellt werden, daß bei der
Einrichtung der Maschine nicht vergessen wird, einen Dienst zu verbieten.
Der Administrator befindet sich bei diesem Ansatzpunkt immer auf der 'sicheren
Seite'. Es ist besser, daß interne Benutzer feststellen, daß
ein benötigter Dienst u.U. nicht funktioniert als eine Öffnung
aller Dienste, die dann auch in Richtung Internet angeboten werden.
Halten Sie Ihr System auf dem aktuellen technischen Stand:
Natürlich sollte bei Windows NT 4 die aktuellen Service
Packs installiert sein. Aber selbst wenn er installiert ist, gibt es noch
keine Garantie, daß das System gegenüber Angriffen auf technischer
Ebene sicher ist. Seit Erscheinen der Service Packs sind meist schon wieder
diverse Hotfixes herausgegeben worden, die auf jeden Fall installiert werden
sollten. Da diese Hotfixes für die US-Version von Windows NT meist
sehr schnell nach Auftreten einer Lücke erscheinen und die Hotfixes
für die Länderversionen (z.B. deutsch) zum Teil sehr lange brauchen,
wird dringend empfohlen, im Internet nur Server unter der US-Version
von NT zu betreiben. Besonders gilt dieses auch, wenn der IIS eingesetzt
wird. Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht ein Hotfix für den IIS
erscheint.
Für Windows NT 4 sind folgende Service Packages aktuell:
Für Windows 2000 sind folgende Service Packages aktuell:
-
Windows
2000 Service Pack 4 (Vergessen Sie aber nicht, die geänderten
Lizenzbedingungen genau durchzulesen, diese sorgten für einige Diskussionen)
-
Danach "Windows Update" durchführen, um alle nachträglich erschienenen
Fixes zu installieren.
Eine weitergehende und empfohlene Suche nach aktuellen Hotfixes ist
hier möglich: Microsoft/Downloads/Search
Bennennen Sie den Usernamen des Administrators um
Unter NT sind die einzelnen User-Accounts vor Angriffen in der Weise
geschützt, daß sie nach einer festgelegten Anzahl falsch eingegebener
Passworte gesperrt werden. Dieses gilt nicht für den Account 'Adminstrator'.
Er kann im Normalfall nicht gelöscht, außer Betrieb gesetzt
oder wegen mehrfach falsch eingegebener Passworte gesperrt werden. Daher
ist dieser Account, den es per Voreinstellung auf allen Systemen gibt,
brute-force Angriffen auf diesem Bereich (z.B. Raten von Passworten mit
Lexikon) ausgeliefert.
Besser ist es, diesen Account umzubenennen: Dann ist für potentielle
Angreifer neben dem Passwort zusätzlich der für die Administration
eingerichtete Account herauszufinden (z.B. 8Hkm§kH&Vr!). Zum Umbenennen
dieses Accounts ist in der Menüauswahl des UserManagers die Option
User > Rename auszuwählen und der neue Name einzugeben.
Bei Windows NT 4.0 kann mit Hilfe des Resource Kit der Administrations-Account
gegenüber Angriffen aus dem Netzwerk geschützt werden, indem
die Möglichkeit genutzt wird, auch diesen Account nach X falschen
Passworten zu sperren - der Zugang zur Maschine ist in einem solchen Fall
nur noch über die Console möglich.
Löschen Sie alle Accounts, die nicht zwingend notwendig sind
Jeder Account, der auf einer Maschine eingerichtet ist, birgt wegen
der Passwortproblematik ein potentielles Sicherheitsrisiko. Besonders gilt
dieses für Maschinen, die für die Öffentlichkeit Dienste
im Internet anbieten. Hier sollte neben dem für die Adminstration
eingerichteten Account möglichst kein anderer eingerichtet sein -
auch nicht der Gast-Account. Dieser wird bei der Default-Installation genauso
wie der Administratior-Account eingerichtet.
Benutzen Sie das Dateisystem NTFS und nicht das FAT-System
NTFS bietet neben der auch für FAT eingesetzten Möglichkeit,
die freigegebenen Verzeichnisse zu schützen, zusätzlich die ACLs
(Access Control Lists). Mit diesen können, ähnlich wie bei UNIX,
die genauen Schreib- und Leserechte für Verzeichnisse und auch einzelne
Dateien eingestellt werden. Damit läßt sich auch der Nur-Lese
Zugriff auf einzelne Dateien verhindern. Und: Doppelt hält besser
;-)
Wenn Sie bereits FAT einsetzen, können Sie bei x86-Systemen eine
Boot-Partition einrichten, die dann unter NTFS läuft (CONVERT). Vorher
sollte allerdings unbedingt ein Backup gemacht werden.
Wichtig ist aber auch, daß Sie sich nicht alleine darauf verlassen
können, daß der Zugriffschutz unter NT gewährleistet ist:
Es gibt einige Tools, mit denen von einer DOS-Bootdiskette auf NTFS-Partitionen
zugegriffen werden kann.
Legen Sie verschiedene NTFS Partitionen an:
Es sollten aus Sicherheitsgründen die NT Systemdateien nicht auf
der gleichen Partition sein wie z.B. die Dateien, die vom Web Server abgerufen
werden können. Gleiches gilt für die Dateien des FTP Servers
oder CGI-Skripten.
Falls ein Einbruch erfolgreich gewesen sein sollte, ist es leicht,
auf der gleichen Partition in andere Verzeichnisse zu gelangen. Schwieriger
ist es, als Einbrecher auf eine andere Partition bzw. Festplatte zu kommen.
Benutzen Sie ein reines TCP/IP Netzwerk und schalten Sie NetBIOS aus
Die Nutzung von NetBIOS, auch über TCP/IP, ist gefährlich,
speziell wenn Ihr Netzwerk auch an das Internet angeschlossen ist. Alle
freigegebenen Services sind im Prinzip für jede Maschine erlangbar,
die über das Netzwerk erreichbar ist (also u.U. auch das gesamte Internet).
Wenn es nicht vermeidbar ist, beides zu nutzen und Sie einen Firewall gegenüber
dem Internet einsetzen, sollten die Ports 137/udp, 138/udp und 139/tcp
nicht hindurchgelassen werden. Zusätzlich sollten Sie durch den Einsatz
eines Proxy Servers die interne TCP/IP-Struktur des Netzwerkes verstecken.
Wenn Sie NetBIOS nicht unbedingt brauchen, sollten Sie dieses auf jeden
Fall komplett entfernen. Hierzu ist neben dem Löschen aller nicht
benötigter Dienste auch gemeint, daß Sie den WINS Client sowie
den TCP/IP NetBIOS Helper deaktivieren. Keine Sorge, wenn Sie über
Systemsteuerung/Netzwerk vom NT die Meldung bekommen, daß kein Netzwerk
installiert ist! Auf die Frage von NT, ob es jetzt installiert werden soll,
einfach mit "nein" antworten und dann TCP/IP konfigurieren.
Vermeiden Sie möglichst, den FTP Serverdienst anzubieten
Gerade FTP Server bergen immer wieder Sicherheitsrisiken in sich. Außerdem
gibt bei einer Standardinstallation die Begrüßungsmeldung Außenstehenden
bereits Informationen über das System (z.B. welcher FTP Server, welches
Betriebssystem). Damit können dann bekannte (Ihnen aber unbekannte)
Sicherheitslücken für einen Einbruch genutzt werden. Zusätzlich
ist bei vielen FTP Servern die Anzahl der Versuche, mit Usernamen und Passwort
in das System zu kommen, nicht beschränkt. Daher kann über FTP
z.T. beliebig lange nach einer passenden Kombination gesucht werden. Wurde
eine gefunden, ist das System offen - mit allen Folgen.
Wenn wirklich ein FTP Server notwendig ist, dann sollte sich dieser
auf einer speziellen Partition befinden und im Root-Verzeichnis des Servers
keine Schreibrechte für Benutzer eingerichtet sein. Besser wäre,
den FTP Server auf einer dedizierten Maschine zu betreiben, die sich nicht
direkt im internen Netzwerk des Unternehmens befindet.
Benutzen Sie den Web Server nicht als File Server
Auch Web Server können Sicherheitsrisiken in sich bergen. Falls
auf die Maschine, auf der der Web Server läuft, eingebrochen werden
sollte, sind damit gleichzeitig Ihre unternehmensinsternen Daten kompromittiert.
Die Maschine mit dem öffentlichen Web Server sollte in einem Netzwerk
betrieben werden, das vom internen Netzwerk durch einen Firewall oder zumindest
einem Router mit entsprechenden Paketfiltern abgegrenzt ist.
Schalten Sie das Mapping für .bat- und .cmd-Dateien aus und benutzen
Sie diese nicht als CGI-Skripte
Dieses gilt insbesonders, wenn Sie den IIS benutzen: Hier sind bereits
einige Sicherheitslücken offengelegt worden. Auch Schadcode hat diese
Lücken schon häufiger ausgenutzt.
Entfernen Sie Programme, die potenziell gefährlich werden können (z.B.
rasdial.exe, telnet.exe, ftp.exe)
Jeder Serverdienst, der angeboten wird, kann Sicherheitsrisiken in
sich bergen. Auch wenn heute das System nach dem neuesten Stand der Technik
sicher ist, kann bereits Minuten später eine neue Sicherheitslücke
bekannt sein. Daher sollten wirklich nur die notwendigsten Serverdienste
angeboten und die Diskussionen über Sicherheit verfolgt werden.
Installieren Sie auf einer Maschine im Internet niemals Beispielprogramme
Hier sind in letzter Zeit einige Sicherheitslücken bekanntgeworden,
durch die von außen "eingestiegen" werden kann. Ein Beispiel hierfür
ist der IIS: Wenn hier z.B. die Beispiele für asp's installiert sind,
kann ein geschickter Besucher des Servers aus dem abgetrennten Bereich
herauskommen und sämtliche Dateien, die sich auf der Maschine befinden,
lesen.
Überwachen Sie die Maschine
Durch das Einschalten der Loggingmechanismen ist die Möglichkeit
gegeben, die sich auf der Maschine ereignenden Vorkommnisse zu dokumentieren.
Die Logs sollten regelmäßig kontrolliert werden. Da Einbrecher
meist versuchen, ihre in den Logfiles hinterlassenen Spuren zu verwischen,
sollten kurz aufeinander folgende, regelmäßige Backups dieser
Dateien erfolgen. Die Lagerung der gesicherten Dateien sollte aus den obigen
Gründen nicht auf der gleichen Maschine geschehen.
Verlassen Sie sich nicht darauf, daß alle Angriffe von außen
kommen
Es sind im Internet sowie im Buchhandel sehr viele Tools bekannt, die
Sicherheitslücken auch für Laien ausnutzbar machen. Der Anteil
"interessierter Mitarbeiter", die im Grunde nicht wissen was sie tun, ist
sehr hoch und keinesfalls zu unterschätzen. Auch im Intranet sollten
die Maschinen so sicher wie möglich aufgesetzt sein. Starten Sie als
Administrator selber derartige Tools und beheben Sie die gefundenen Sicherheitslücken
- bevor ein Mitarbeiter von Ihnen oder gar ein Unbekannter von außen
dieses tut! Wir helfen Ihnen hierbei gerne.
Absicherung von Windows 2000 Terminal Services
Anregungen, Kommentare und Ergänzungen bitte per
E-Mail an den Webmaster, danke!
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