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Ausgewählt wurde Meldung mit ID ae-200204-033

System: Linux/Unix
Topic: Unsicheres Anlegen von Dateien durch uudecode
Links: AERAsec/uudecode-pipe-exploit code, CVE: CAN-2002-0178, Security Focus #4120, RHSA-2002-065, ae-200205-037, SecurityFocus/Bugtraq VulnID 4742, CERT VU#3360832, CSSA-2002-040, ae-200210-102, OAR-2002:895, ae-200210-110
ID: ae-200204-033

Release time: 12 Apr 2002

uudecode ist ein kleines Programm (meistens im Paket sharutils beinhaltet) welches Text, der zuvor von uuencode generiert wurde, dekodiert.
Üblicherweise sieht der Text folgendermaßen aus (Beispiel):

begin 644 /tmp/myfile.sh
M(R$O8FEN+W-H"F5C:&\@(DAE;&QO(&%L<V\A(@IE8VAO(")0<F]G<F%M.B`D
I,"(*96-H;R`B5'EP92`@(#H@:6YS=&%L;"!N;W<@82!P<F]G<F%M(@H`
`
end
Wird dieser Text mit uudecode dekodiert, erzeugt dieser normalerweise eine neue Datei mit dem Namen '/tmp/myfile.sh'. Leider checkt uudecode nicht, ob diese Datei bereits existiert oder unter diesem Namen ein symbolischer Link oder eine Named-Pipe angelegt ist. Auch der Benutzer wird in diesem Fall nicht überprüft.
Startet root ein Programm, das uudecode benutzt, um Daten mit festgelegtem Namen in unsichere Verzeichnisse zu extrahieren (wie z.B. /tmp oder /var/tmp), so kann ein lokaler Angreifer beliebige Dateien des Systems überschreiben oder die dekodierten Daten verändern. AERAsec hat beide Methoden 'symlink attack' und 'piping' erfolgreich auf einem Linux System nachvollzogen.

Diese Möglichkeit ist sicher nicht neu, aber AERAsec ist dieses Problem bei der Inspektion von Shell-Code eines Installationsprogramms einer kommerziellen Linux-Software aufgefallen, welche bekannte Dateinamen in unsicheren Verzeichnissen benutzt.

Betroffene Syteme: wahrscheinlich alle Linux/Unix
Betroffene Programme: Installationsprogramme, welche selbst Programme in uuencodierter Form transportieren mit Dateinamen in unsicheren Verzeichnissen, eventuell weitere...

Lösungen:
1) Auf Linux kann z.B. der Openwall patch für Kernels 2.2.x benutzt werden, um solche Attacken abzuwehren und zu loggen:
kernel: Security: denied writing FIFO of 1001.100 by UID 0, EUID 0, process bash:2591
kernel: Security: not followed symlink of 1001.100 by UID 0, EUID 0, process uudecode:3348

Für 2.4.x Kernels gibt es den grsecurity patch, welcher dann folgendes loggt:
grsec: denied writing FIFO (tmp/testfile) of 1001.1001 by (bash:1258) UID(0) EUID(0), parent (login:889) UID(0) EUID(0)
grsec: not following symlink (tmp/testfile2) [03:02]:193533 of 1001.1001 by (bash:1258) UID(0) EUID(0), parent (login:889) UID(0) EUID(0)

2) Kontaktieren Sie Ihren Linux/Unix Hersteller, ob er eine sicherere Version von uudecode zur Verfügung stellen kann

3) Überprüfen Sie Installationsprogramme, ob diese uudecode zum Datentransport benutzen, z.B. mit
cat installerfile | grep begin
begin 600 /var/tmp/file1
begin 600 /var/tmp/file2
begin 600 /var/tmp/installer
Fragen Sie den Hersteller, ob solch ein Installer sicher genug ist...

Anmerkung 1 [16 Jul 2002]: zusätzliche schützenswerte Kandidaten sind block und char Devices und Unix domain sockets, man denke nur an (auf z.B. Linux-Systeme):

begin 600 /dev/hda
...


Note 2 [16 Jul 2002]: das oben nicht näher genannte kommerzielle Programm, welches den unsicheren uudecode-Aufruf in der Installationsroutine beinhaltet, ist ISS RealSecure Server Sensor for Linux (überprüfte Datei: rsss6.5.2001.351-i686-linux-release.gz) mit dem bekannten (man muß nur das Installationsprogramm durchsehen...) Dateinamen für uuencodierte Daten "/var/tmp/dmn6.5.2001.351-i686-linux-release". ISS wurde am 10 Apr 2002 via e-mail informiert und antwortete am 11 Apr 2002. Leider haben sie bis heute keine gefixte Version auf ihrer Download-Webpage zur Verfügung gestellt.


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